Wie finden Sie offene Stellen, was gehört in ein Bewerbungsdossier, wie bereiten Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vor und wie verhalten Sie sich anlässlich dieses Gespräches?
Folgende Tipps sollen Ihnen in Zukunft die Bewerbung an sich, die Vorbereitung und das Gespräch erleichtern. Ziel ist Ihr sicherer und professioneller Auftritt bei Ihrem nächsten Vorstellungsgespräch. Bitte verfolgen Sie unsere Anregungen nicht sklavisch, sondern situativ und gut verpackt. Seien Sie selbstkritisch und versetzen Sie sich immer in die Rolle Ihres Gesprächspartners.
A. Stellen suchen & finden
1. Publikationen
Konsultieren Sie regelmässig
Internet-Job-Börsen (nutzen Sie, wenn möglich, den E-Mail-Dienst)
Websites von für Sie in Frage kommenden Personalberatungen. Personalberatungen können Sie übrigens auch kontaktieren, ohne dass diese eine konkrete Stelle ausgeschrieben haben. Das Gespräch und die Hinterlegung Ihres Profils sind in der Regel kostenlos.
Websites von Unternehmen, die Sie interessieren
die Stellenanzeigen in der Tagespresse
2. Networking
Knüpfen Sie auch an Ihr eigenes Netzwerk an. Fragen Sie Freunde, Kollegen und Bekannte,
ob ihnen eine Stelle bekannt ist, auf die Ihr Profil passt.
3. Stellengesuch
Gegen ein eigenes Stellengesuch in der Tagespresse ist eigentlich nichts einzuwenden.
Jedoch stufen wir die Möglichkeit, auf diese Weise zu einer neuen Position zu kommen,
als sehr gering ein. Einerseits ist diese Art der Stellensuche kostenaufwendig für Sie,
andererseits ist der Aufwand für einen allfällig angesprochenen Interessenten hoch,
wenn er mit Ihnen (meist über Chiffre) Kontakt aufnehmen will. Im Uebrigen erhalten
Unternehmen häufig genügend qualifizierte Bewerbungen, sodass die Verantwortlichen die
Stellengesuche gar nicht studieren. Zudem kommt hinzu, dass Sie mit Sicherheit einige
Angebote erhalten, die Sie jedoch in keinster Weise interessieren werden.
B. Bewerbungsunterlagen
1. Schriftliche Bewerbung
a) Allgemeines
Verwenden Sie stets weisses, unliniertes Papier der Grösse A4 und beschreiben bzw. kopieren
Sie es nur einseitig. Lassen Sie rechts und links jeweils einen weissen Rand und machen Sie
genügend Absätze. Verwenden Sie nur eine Schriftart und max. zwei Schriftgrössen. Auch als
Privatperson können Sie von einem einheitlichen und klaren Erscheinungsbild profitieren.
Bitte frankieren Sie Ihre Sendung im entsprechenden Couvert ausreichend (A-Post: CHF 1.-
für C5-Couvert, CHF 2.20 für C4-Couvert). Versenden Sie stets nur neue Couverts und keine "Occasionen".
b) Bewerbungsmappe
Eine übersichtliche Bewerbungsmappe im A4-Format sichert Ihnen viele Pluspunkte.
Sie müssen die Unterlagen nicht falten, alles ist sauber in einem Klemmhefter untergebracht.
Bitte entfernen Sie ein allfällig auf der Mappe vorhandenes Preisschild vor dem Versand.
Folgende Dokumente sollten in Ihrer Bewerbungsmappe (in der Regel in der hier genannten Reihenfolge)
enthalten sein: Aktueller Lebenslauf, Fotokopien aller Arbeitszeugnisse bzw. -bestätigungen
(bei Praktikas), Kopien sämtlicher Diplome und Urkunden sowie evtl. weiterer Unterlagen
(wie bspw. Sprachdiplome). Auf Lohnvorstellungen, die Angabe von Referenzen, den möglichen
Stellenantritt sowie die Erstellung von Handschriftproben und die Beilage eines Photos wird im
Folgenden kurz eingegangen. Im Einzelnen:
Lebenslauf
Analog dem Begleitschreiben steht zuoberst Ihr Absender. Halten Sie sich dabei an
das von Ihnen gewählte Design Ihres Schriftverkehrs. Ein "guter" CV beantwortet die
Fragen nach Ihren Qualifikationen, d.h. nach Ihrer Aus- und evtl. Weiterbildung,
Ihrer bisherigen Berufserfahrung und den daraus resultierenden Aufgaben- und
Verantwortungsbereichen. Ein Lebenslauf sollte nicht zu lange sein, jedoch (trotzdem)
die wesentlichen Informationen enthalten. Je mehr Berufserfahrung Sie nachweisen,
desto weniger interessiert den Leser, was Sie anlässlich Ihrer Praktikas gemacht haben.
Ihr Lebenslauf darf keine unerklärlichen oder erklärungsbedürftigen Lücken aufweisen;
wenn vorhanden, versuchen Sie diese ehrlich und logisch zu schliessen (Auslandaufenthalt,
Prüfung oder Prüfungsvorbereitung). Sie sollten betr. den einzelnen Elementen Ihres
Lebenslaufs folgende Reihenfolge einhalten:
Persönliche Informationen / Persönliches
Name, Adresse, PLZ, Ort; Telefon-Nummer(n); Geburtsdatum; Nationalität; Zivilstand, evtl. Anzahl Kinder
nicht erwähnen müssen Sie: Militärdienst(-grad), AHV-Nummer, Konto-Nummer
Aus- und Weiterbildung
Nennen Sie immer den Beginn und das Ende des Studiums, der weiterführenden
Studiengänge, des Anwaltsexamens und/oder der Doktorarbeit, die entsprechende
Universität bzw. den Kanton, evtl. die Fremdsemester, das jeweils erhaltene
Prädikat sowie Zusatzprädikate (bspw. "Europarecht" oder "zweisprachig"),
den Titel der Dissertation bzw. Diplomarbeit sowie das erreichte Prädikat.
Berufserfahrung (retrospektiv, das aktuellste zu oberst)
Achten Sie hier auf die richtige Zeitangabe Ihrer früheren Tätigkeiten.
Sie sollten Differenzen zwischen CV und Zeugnis vermeiden.
Die Zeitangabe wird am einfachsten im MM.JJ-Format geschrieben und gelesen.
Beschreiben Sie jeweils kurz Ihre Tätigkeit, den Verantwortungsbereich und
allenfalls Spezielles (wie Projekte z.B.).
Sprachkenntnisse
Nirgends wird so viel "gelogen" wie bei den Sprachen. Hierarchisch gesehen ist
die "Muttersprache" an Verhandlungs- bzw. Stilsicherheit nicht zu überbieten.
Alsdann folgen die Bezeichnungen "verhandlungs- bzw. stilsicher", wenn Sie bspw.
im englischsprachigen Raum studiert haben, aber Englisch nicht ihre Muttersprache
ist; "sehr gut" oder "fliessend", wenn Sie sich gut, aber nicht verhandlungstauglich
unterhalten können; "gut", wenn Sie sich im entsprechenden Land durchschlagen könnten
und alles andere wären lediglich "Kenntnisse".
Informatikkenntnisse
Über die Erwähnung von Informatikkenntnisse und insbesondere über deren Gewichtung
lässt sich streiten. Grundsätzlich gilt, dass Sie nur Software und Applikationen
erwähnen sollten, mit denen Sie wirklich umgehen können. Wenn es sich um Software-Pakete
handelt (MS Office), können Sie auch nur dieses erwähnen, statt sämtliche Softwares einzeln
aufzuführen.
Besonderes
Ausserordentliche Kenntnisse, Erfahrungen oder Qualifikationen dürfen und sollen Sie nennen.
Dazu gehören auch bspw. eigene Publikationen oder die Co-Autorenschaft an einem Werk.
Ebenso könnten Sie an dieser Stelle die für Sie und den Leser wichtigsten Projekte
umschreiben (ohne das Berufsgeheimnis zu verletzen).
Evtl. Hobbies und Interessen
Es ist Ihnen überlassen, Hobbies und Interessen zu erwähnen. Einerseits macht es das
bisher nur fachliche Profil ein bisschen menschlicher, andererseits können Angaben über
Hobbies und Interessen "gefährlich" sein bzw. fehlinterpretiert werden. Einen mit der
japanischen Kampfkunst nicht vertrauten Menschen könnte z.B. das Hobby "Karate" abschrecken,
da er Sie (fälschlicherweise) als Schläger einstuft. Wenn Sie Hobbies und Interessen nennen,
wählen Sie vorteilhafterweise jene, die einen Arbeitsplatzbezug aufweisen. Ansonsten denken
Sie immer daran, dass Sie (unbewusst) vom Leser kategorisiert werden.
Ihre (zukünftigen) Gehaltsvorstellungen im Sinne einer Verhandlungsbasis
sollten Sie im Lebenslauf nur dann nennen, wenn Sie dazu aufgefordert werden
(z.B. im Inserat).Geben Sie jedoch nicht Ihr derzeitiges Gehalt an; dies wäre
u.E. nicht arbeitsplatzbezogen.
Wir raten davon ab, bereits im Lebenslauf Referenzen anzugeben.
Die Formulierung "Referenzen werden bei Bedarf gerne bekanntgegeben" reicht
(in diesem ersten Stadium der Bewerbung) vollkommen aus, da es Ihre Bereitschaft
signalisiert, zum gegebenen Zeitpunkt Referenzen anzugeben (vgl. unten Ziff.
7).
Wird der für Sie nächstmögliche Stellenantritt als Information verlangt, formulieren
Sie so genau wie möglich, bspw.: "Kündigungsfirst 2 Monate, Eintritt per TT.MM.JJ möglich".
Ansonsten macht die Berechnung des Eintrittstermins keinen grossen Sinn. Erwähnen Sie quasi
als Standard immer nur die Kündigungsfrist. Ist ein früherer als vertraglich geregelter
Weggang beim bisherigen Arbeitgeber möglich, schreiben Sie vorsichtigerweise: "Kündigungsfrist
2 Monate; verhandelbar". Bitte schreiben Sie nie "Eintritt per sofort möglich", das impliziert
eine Notlage, was für Sie als Verhandlungspartner meist negative Auswirkungen auf die Gespräche
(sollten sie überhaupt stattfinden) haben kann. Dass Sie sofort verfügbar sind, erkennt ein
bewanderter Leser so oder so in wenigen Augenblicken.
Handschriftproben sollten Sie dem Adressaten nur zustellen, wenn er diese ausdrücklich
verlangt. In der Regel wird - wenn schon eine solche verlangt wird - auch ein Gutachten
erstellt. Wer dieses erstellt, wissen Sie jedoch nicht. Es kann sein, dass ein Graphologe
Ihr Schreiben begutachtet. Genauso gut kann es aber passieren, dass einer der Empfänger
ein Hobby-Psychologe bzw. -Graphologe ist.
Wenn Sie Ihrem CV ein Photo beilegen, verwenden Sie ein Portrait, das von einem
professionellen Photographen gemacht wurde. Nicht zuletzt aus Kostengründen macht es Sinn,
wenn Sie das Photo im Bildformat (.jpg) formatieren und im CV digital einfügen.
Unter Umständen, insbes. bei langjähriger Berufserfahrung, kann es Sinn machen, dass Sie ein Kurzprofil
erstellen und ebenfalls dem CV beilegen. Dabei beschränken Sie sich auf die Beschreibung der bisherigen
Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche sowie der Projekte. Auch ist diesbezüglich eine Projektübersicht
denkbar. Beachten Sie aber stets das Berufsgeheimsnis!
Arbeitszeugnisse
Senden Sie immer nur Kopien der Arbeitszeugnisse von hoher Qualität.
Faxkopien eignen sich sehr schlecht für eine Bewerbung. Legen Sie stets alle
Arbeitszeugnisse bzw. -bestätigungen bei. Deren Reihenfolge ergibt sich aus der
Aufzählung im Lebenslauf, die wie o.e. retrospektiv sein sollte; das letzte
(Zwischen-)Zeugnis ist also das erste.
Diplome & Urkunden
Nach den Arbeitszeugnissen folgen in chronologischer Reihenfolge die Nachweise der
Aus- und Weiterbildung. Auch hier gilt: Senden Sie nur gute Kopien dieser Urkunden.
Legen Sie aber nicht sämtliche Bestätigungen (oder gar Quittungen) aller von Ihnen
besuchten Seminaren bei; diese können Sie auch nur im Lebenslauf aufführen. Beschränken
Sie sich auf die (inter-)national anerkannten Diplome wie Lizentiat, Doktor- und/oder
Advokatururkunde bzw. Gerichtsbeschluss und das Nachdiplom-Studiums-Zertifikat.
Weitere Belege
Damit sind meist die Sprachdiplome gemeint. Beschränken Sie sich auch hier auf die
neuesten oder "höchsten" Auszeichnungen. Wenn Sie bspw. das Proficiency erworben haben,
müssen Sie das First Certificate nicht mehr beilegen. Das Matura-Zeugnis können Sie u.E.
weglassen; schliesslich haben Sie studiert und welche Noten Sie in den Fächern Zeichnen &
Turnen hatten, ist heute mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr von Interesse.
c) Begleitbrief
Ihr Bewerbungsschreiben soll unbedingt einen positiven Eindruck hinterlassen. Der Empfänger eines
Bewerbungsschreibens (Hiring Partner, Geschäftsführer, Human Resources Manager, Linienvorgesetzter)
hat meist zu wenig Zeit, sich mit einem ausführlichen Schreiben zu beschäftigen. Es sollte daher
maximal eine A4-Seite lang sein. Achten Sie auf die Richtigkeit Ihrer Angaben (Absender) und eine
korrekte Anschrift (Name, Adresse des Adressaten). Geben Sie zu Ihrer Sicherheit im Absender nie
eine geschäftliche E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit an, sondern ausschliesslich eine private.
Diese sollte dann auch einen entsprechend seriösen Eindruck hinterlassen; auf die Nennung der Adresse
"häsli75@sowieso.com" sollten Sie verzichten. Vermeiden Sie Fehler in der Orthographie oder der
Interpunktion. Schreiben Sie in kurzen, prägnanten Sätzen (nicht in verschnörkelten Floskeln)
weshalb Sie sich bewerben, was Sie bis anhin gemacht haben und warum Sie für diese Stelle geeignet
sind. Beschränken Sie sich dabei auf die Erwähnung der im Inserat geforderten Qualifikationen.
Nennen Sie auch im Betreff die Stelle, auf die Sie sich bewerben (unter Umständen mit der
angegebenen Referenz-Nummer). Zum Schluss können Sie Ihr Interesse bekräftigen und mit der
Aufforderung zur Kontaktaufnahme abschliessen. Vergessen Sie nicht das Schreiben zu unterzeichnen!
2. Bewerbung via E-Mail
Die Kommunikation via Internet und Email ist heute bereits ein "Muss". Zunehmend bewerben sich
Stellensuchende online. Da heutzutage der Marktwert zählt, profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber
gleichermassen durch die Zeitersparnis, zeitliche und örtliche Unabhängigkeit sowie durch einfache
Interaktionsmöglichkeiten. Meist reicht für die erste Kontaktaufnahme ein Begleitschreiben sowie
ein ausführlicher Lebenslauf, beides am besten im pdf-Format. Bei konkretem Interesse an Ihrer
Person können Sie die detaillierten Unterlagen per Post oder E-Mail auf Nachfrage nachreichen.
Vermeiden Sie - auch wenn Sie es gut meinen - mehrere Dateien von verschiedenen Zeugnissen, Diplomen
etc. zu senden. Verschicken Sie für das Begleitschreiben und den CV je eine einzige Datei im selben
Format. Unternehmen verwenden unterschiedlich schnelle Internetverbindungen. Bei grösseren Unternehmen
können sie davon ausgehen, dass Downloadzeiten eine untergeordnete Rolle spielen, bei analogen oder
ISDN Internetverbindungen kann der Download von gescannten Dokumenten unangenehm lange dauern.
Verwenden Sie allgemein übliche Dateiformate, welches vom Empfänger problemlos geöffnet werden können.
Prüfen Sie Ihre Dokumente vor dem Versand auf Virusfreiheit, sonst wird ihre Bewerbung möglicherweise
ungelesen gelöscht. Achten Sie auch bei E-Mail-Bewerbungen auf die Formulierung; es gelten dieselben
(Anstands-)Regeln wie in der normalen Korrespondenz.
3. Spontan- / Initiativbewerbung
Hat ein Unternehmen, das Sie als Arbeitgeber interessiert, keine offene Stelle ausgeschrieben,
können Sie sich auch mit einer sog. Initiativ- oder Spontanbewerbung bewerben. In diesem Falle
müssten Sie, insbesondere im Begleitschreiben, auf Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen hinweisen,
die für das Unternehmen von Nutzen sein würden. Eine telefonische Vorabklärung beim entsprechenden
Linienvorgesetzten oder HR-Verantwortlichen bietet sich jedoch an, da die Unternehmen sicherlich
noch andere spontane Bewerbungen erhalten. Mit der Vorabklärung haben Sie im positiven Falle einer
vorhandenen aber noch nicht bekannt gemachten Stelle Informationen darüber erhalten, im negativen
Falle haben Sie sich und dem potentiellen Adressaten unnötigen Aufwand und Kosten erspart.
4. Online-Bewerbung
Immer mehr Unternehmen bieten Bewerbern die Möglichkeit sich online, d.h. direkt auf der Website,
über ein Online-Formular zu bewerben. Das ist für Sie in der Regel mit ein wenig Aufwand verbunden,
hat aber für den Empfänger den grossen Vorteil, dass er gezielt Informationen abfragen kann, die
für die erste Selektion der Bewerber relevant sind. Beachten Sie bitte auch die o.g. Regeln,
sie behalten ihre Gültigkeit auch für die Online-Bewerbung. Sollten Sie die Option haben, eigene
Dateien an das Formular anzuhängen, vergewissern Sie sich, dass Sie die richtigen Dateien mitsenden
und diese für den Empfänger in einem lesbaren Format gespeichert sind. Leider wissen Sie bei der
Online-Bewerbung nie, wo Ihre Daten gespeichert sind.
C. Die Einladung
Die Terminvereinbarung für ein Vorstellungsgespräch erfolgt meistens telefonisch. Zeigen Sie
sich womöglich flexibel bei der Terminwahl und stellen Sie mit Hilfe Ihrer Agenda sicher,
dass Sie an dem vorgeschlagenen Termin auch tatsächlich frei sind. Fragen Sie gleichzeitig,
wie lange das Gespräch ungefähr dauern wird und planen Sie genügend Zeit ein - so vermeiden
Sie Terminkollisionen, Verschiebungen und unnötige Unruhe, wenn die Zeit knapp wird.
Nutzen Sie die Gelegenheit und fragen Sie nach, wer Ihr Gesprächspartner sein wird und
ob es eventuell mehrere sein werden. Es ist ein Unterschied, ob das Gespräch mit den
Personalverantwortlichen oder den zukünftigen Linienvorgesetzten stattfindet.
D. (Gesprächs-)Vorbereitung
Informieren Sie sich über den Arbeitgeber und Ihre Gesprächspartner. Recherchieren Sie und machen Sie sich Notizen!
1. Recherchen
Auf der Website des Betriebs erfahren Sie vieles über seine Dienstleistungen, Produkte, Kernkompetenzen,
Märkte, Kennziffern etc. Bilanzkommentare entnehmen Sie bspw. aus Online-Publikationen (Zeitungen,
Zeitschriften). Am Einfachsten Sie besuchen
www.google.ch und geben die Stichworte an.
Die Namen Ihrer Gesprächspartner sollten Sie als sog. „String“ definieren; dazu müssen Sie nur den
entsprechenden Namen in Anführungs- und Schlusszeichen setzen. Google liefert Ihnen dann die gefundenen
Resultate, die Sie weiterführen werden.
2. klassische Fragen seitens der Arbeitgeber
a) zum Unternehmen
Was wissen Sie (schon) über unsere Unternehmung?
Können Sie sich mit unseren Dienstleistungen (Märkten, Produkten etc.) identifizieren? Weshalb?
Weshalb ist unsere Unternehmung für Sie als Arbeitnehmer interessant?
Kennen Sie bereits jemanden in unserer Unternehmung?
b) zur zu besetzenden Position
Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?
Warum ist diese Aufgabe für Sie attraktiv?
Was stellen Sie sich unter dem künftigen Aufgabengebiet vor? Was erwarten Sie von der Aufgabe?
Inwiefern stellt diese neue Aufgabe in unserer Unternehmung für Sie einen realistischen Karriereschritt dar?
Wo bringen Sie bereits Erfahrungen mit, wo nicht? (konkrete Beispiele aus Ihren bisherigen Tätigkeiten)
Warum sollen wir gerade Sie einstellen? Welchen Nutzen bringen Sie dem neuen Arbeitgeber?
c) zu Ihrer Person und Persönlichkeit
Welche sind bezogen auf Ihre Arbeit (beruflich) bzw. Ihr Umfeld (persönlich) Ihre Stärken und Schwächen?
Wie gestaltet sich Ihr Tagesablauf?
Was ist wichtig für Ihre berufliche Zufriedenheit? Unter welchen Bedingungen können Sie gut arbeiten?
Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Vorgesetzten beschreiben?
Was ist wichtig für Ihre persönliche (private) Zufriedenheit?
Wie definieren Sie Ihren Führungsstil?
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
d) zu Ihrem bisherigen Werdegang
Erzählen Sie mir Ihren Lebenslauf!
Welches ist der rote Faden in Ihrer Laufbahn?
Gibt es in Ihrem Lebenslauf Widersprüche oder Lücken? Weshalb? Wie können Sie diese begründen?
Weisen Sie besondere Leistungen und/oder Misserfolge aus? Begründen Sie.
Welche Ihrer Weiterbildung hat Ihnen was gebracht?
Welche waren die Austrittsgründe an der vorherigen Stelle? Warum suchen Sie eine neue Stelle?
Achtung: Hier wird das Gros der Fehler gemacht. Beantworten Sie diese Frage kurz, klar und ohne Emotionen. Ihre Erklärung muss mind. plausibel sein. Wichtig: Reden Sie nicht schlecht über den aktuellen bzw. letzten Arbeitgeber, dies ist das unwiderrufliche OUT!
Über welche Sprachkenntnisse verfügen Sie? (evtl. erfolgt ein klassischer Test oder man konfrontiert Sie unvermittelt mit einer für das Unternehmen wichtigen Sprache; sei es, dass man mit Ihnen plötzlich Italienisch spricht oder dass sie ein Schriftstück übersetzen sollen)
e) zu Ihren Zukunftsvisionen
Was ist Ihre berufliche Zielsetzung (kurz-, mittel-, langfristig)?
Streben Sie eine Führungs- oder Spezialistenfunktion an?
Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann Mitarbeiter zu führen? Wie würden Sie das tun?
3. weitere Vorbereitungen
Analysieren Sie das Inserat, Sie müssen das Anforderungsprofil genau kennen
(Haupt-/Nebenaufgaben)
Streichen Sie an, was Sie ganz, teilweise oder auch gar nicht erfüllen
Erstellen Sie ein Vergleichsprofil zum Anforderungsprofil
Verschaffen Sie sich Gewissheit, dass die vakante Stelle mit Ihren Zielvorstellungen übereinstimmt.
Was sind Ihre Salärvorstellungen? Sie sollten den bisherigen Betrag und dessen Zusammensetzung gut kennen!
Wie sind Ihre vertraglichen Verpflichtungen (Kündigungsfrist, Konkurrenzverbot)?
4. Organisatorisches
Verschieben Sie u.U. bereits vereinbarte Termine
Legen Sie Routen- und Zeitplan fest (Route, Fahrtzeit, Zeitreserve, mind. 5 Minuten Entspannung vor Betreten der Firma)
Kaufen Sie sich das Bahnticket frühzeitig, um nicht in unnötigen (Zeit-)Druck zu geraten. Gleiches gilt für das Volltanken eines Motorfahrzeugs.
5. Fragen Ihrerseits
Bereiten auch Sie Fragen vor - Stellen Sie Fragen! Das sind sehr wichtige Fragen,
denn hier liegt Ihr zukünftiger Lebensinhalt - vergessen Sie das nicht! Zeigen Sie Engagement!
Sie haben Fragen! Wenn sich Ihre Fragen im lockeren Gespräch vorbringen lassen, um so besser. Für
Ihre Sicherheit und den Einstieg können Sie sich Stichworte notieren - lösen Sie sich aber
schnell von Ihren Notizen. Wichtig: Stieren Sie nicht auf ihren Block und spielen Sie nicht mit dem Schreibzeug!
Warum ist die Stelle frei (geworden)?
Wie gestalten Sie die Einführungsphase? Wie sehen Form und Dauer der Einarbeitung aus?
Gibt es in der Anfangsphase einen Mentor (Götti)?
Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?
Wie gross ist das Team?
Wie stellt sich das Organigramm dar?
Welches sind die Leistungserwartungen, Zielgrössen, Massstäbe?
Firmenleitbild, Strategie, Vision?
Wie wird intern informiert bzw. kommuniziert?
Gibt es ein Ausbildungsprogramm? Wie steht es mit der Mitarbeiterentwicklung? Wie werden die Mitarbeiter gefördert?
Die Folgenden sind auch wichtige Fragen. Aber stellen Sie diese nicht am Anfang, sondern ganz, ganz zuletzt. Am besten leiten Sie das in der Art ein wie: „Die Position und Ihre Firma interessieren mich sehr. Jetzt habe ich konkrete Vorstellungen. Und nun habe ich noch ein paar Punkte, die natürlich auch nicht ganz unwichtig sind:“
Lohn- und Gehaltsregelungen? Gewinnbeteiligung? Bonus?
Spesenreglement?
Sozialleistungen?
Firmenauto?
Ferien?
Umzugsvergütung?
Feiertage?
Brücken?
E. Gespräch
Wer es bis zu einem Vorstellungsgespräch geschafft hat, hat bereits viel erreicht. Jetzt zählt der Eindruck, den Sie dort hinterlassen. Über die sauberen Hände brauchen wir nicht zu reden. Gepflegte Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen, ist immer richtig.
1. Kleidung
Achten Sie bei der Wahl der Kleidung darauf, dass sie der besonderen Situation angepasst und korrekt ist.
Je nach zukünftigem Arbeitsbereich ist für
Herren Anzug, Hemd und Krawatte, für Damen ein Deux-Pièces unerlässlich,
eventuell genügt aber auch Hemd bzw. Bluse, Hose und Jackett.
In jedem Fall gilt: Lieber dezent als allzu modisch - dies betrifft nicht nur die Kleidung sondern
ebenfalls Make-up, Parfüm und Rasierwasser. Wählen Sie aber eine Bekleidung, die Ihnen bequem ist,
die sitzt und in der Sie sich wohl fühlen - damit Sie nicht unnötig durch enge Kragen oder kneifende
Blusen gestresst werden.
2. Pünktlichkeit
Seien Sie pünktlich! Kommen Sie nicht zu spät und nicht zu früh. Ihr Gesprächspartner hat seinen Tag geplant und misst Sie am ersten persönlichen Kontakt - an Ihrer Pünktlichkeit. Wichtig: Rechnen Sie bei einem langen Anreiseweg genug Zeit ein. Es gibt keine schlechtere Ausgangslage als gehetzt in ein Gespräch zu kommen, das über Ihre Zukunft entscheiden soll. Halten Sie Adresse und Telefonnummer Ihres Gesprächspartners griff bereit - damit Sie im allerschlimmsten Fall anrufen können, wenn Sie wirklich eine Panne haben oder der Zug stecken geblieben ist.
3. Körperhaltung
Begrüssen Sie Ihren Ansprechspartner mit Namen und einem angemessenen festen Händedruck.
Der erfahrene Interviewer wählt die Sitzordnung so, dass immer der ganze Körper des Bewerbers
einsehbar ist. Der Interviewer achtet auf die Körpersprache, Aufbau und Logik von Aussagen,
Sprechart, Lautstärke, Deutlichkeit usw. Sitzen Sie entspannt aber nicht zu lässig. Lächeln
Sie, wenn Sie dem Interviewer begegnen und auch während des Gesprächs, halten Sie Augenkontakt.
4. Gesprächsablauf
Beim Vorstellungsgespräch selbst müssen Sie unbedingt natürlich bleiben.
Versuchen Sie nicht, etwas vorzuspielen, was Ihnen ohnehin niemand abnimmt.
Fassen Sie sich kurz, holen Sie nicht aus! Bleiben Sie gelassen, auch bei einer überraschenden Frage.
Gewinnen Sie mit einer Gegenfrage mehr Verständnis und Zeit. Formulieren Sie grundsätzlich positiv und
äussern Sie sich möglichst positiv betreffend vorherigen Arbeitgebern und Mitarbeiterin. Hinterlassen
Sie den Eindruck, dass sie wissen, was Sie wollen.
Vergessen Sie nicht: Das Gespräch dient dazu, beidseitig festzustellen, ob Sie als künftige Partner in
Sachen Arbeit zueinander passen. Geben Sie also Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, Sie kennen zu lernen.
Eine positive Grundeinstellung, Konzentration und Offenheit sind die Voraussetzungen dazu. Hören Sie zu,
unterbrechen Sie nicht und versuchen Sie, Fragen offen und klar zu beantworten. Vermeiden Sie Abschweifungen
und reissen Sie das Gespräch nicht an sich. Verzichten Sie auf oberflächliche Angaben - Ihr Gegenüber wird nachbohren.
Fragen Sie nach, wenn Sie glauben, eine Frage nicht ganz verstanden zu haben. Lassen Sie sich durch längere
Gesprächspausen nicht dazu verleiten, drauflos zu schwatzen und bewahren Sie Ruhe. Manchmal braucht es etwas
Zeit, um Notizen zu vervollständigen und Gesagtes wirken zu lassen. Fragen Sie bei längeren Pausen, ob Sie
noch etwas beifügen sollen oder ob Ihr Gegenüber noch Fragen hat.
Legen Sie nicht gerade zu Beginn des Gespräches mit Fragen los. In einer weiteren Phase des Gespräches wird
Ihnen meist Gelegenheit dazu geboten. Benutzen Sie dazu Ihre Notizen.
Nehmen Sie ruhig Block und Stift sowie Ihre Aufzeichnungen / Fragen mit zum Gespräch. Machen Sie sich Notizen.
Stellen Sie für die Dauer des gesamten Gesprächs Ihr Natel ab!
Ende des Gespräches - Haben Sie noch Fragen?
Bei jedem Vorstellungsgespräch kommt früher oder später die Frage,
ob Sie noch Fragen haben. Hier geht es nicht nur darum, Ihnen Rede und Antwort zu stehen und Sie mit guten
Informationen zu motivieren. Es geht natürlich auch um eine weitere Qualifikation Ihrerseits. Überprüfen Sie
Ihre Fragen (Position, Gesellschaft, Unternehmenskultur) und stellen Sie noch Ihre restlichen Fragen.
Clevere Fragen zeigen Vorbereitung, Intelligenz, Interesse und Stil!
5. Tests & Analysen
In vielen Unternehmen werden verschiedene Instrumente zur Beurteilung von Bewerbern angewendet. Diese dienen dazu, das im Interview bzw. durch die Bewerbungsunterlagen gewonnene Bild abzurunden, und die Bewerber haben auch das Recht auf Information über die Ergebnisse. Kein Grund also, diese Instrumente zu fürchten oder gar solche Tests zu verweigern - im Gegenteil, Sie können auch Ihnen eine gute Erfahrung sein und wertvolle Hinweise auf Ihre Persönlichkeitsstrukturen sowie Verhaltensmuster geben. Nutzen Sie also die Möglichkeit und erfragen Sie auch die Resultate.
6. Weiteres Vorgehen
Gehen Sie das Interview nochmals kritisch durch. Was war gut, was nicht und weshalb? Haben Sie etwas vergessen? Was würden Sie das nächste Mal besser machen und wie? Machen Sie sich Notizen über die wichtigsten Aspekte des Gespräches und die getroffenen Vereinbarungen. Wie auch immer das Gespräch ausfällt: Jedes Vorstellungsgespräch ist eine wertvolle Erfahrung für Ihre weiteren beruflichen Schritte. Offenheit, realistische Einschätzung des eigenen Potentials, eine positive Grundeinstellung gegenüber Ihren Gesprächspartnern und die Bereitschaft, sich ehrlich mit sich selber auseinander zu setzen, sind die wesentlichen Pfeiler für ein gelungenes Gespräch und damit zu einer befriedigenden Stellenwahl. Wenn Sie mit Ihrem Gesprächspartner vereinbart haben, dass Sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt melden (bspw. um Ihr weiteres Interesse zu bekunden oder abzusagen), tun Sie das auch rechtzeitig.
7. Referenzen
Wenn Ihr Gesprächspartner über Sie Referenzen einholen möchte, sind Sie schon fast am Ziel. Geben Sie entsprechende Referenz-Angaben so rasch als möglich ab. Informieren Sie vorab jedoch die Referenz-Geber über Ihre Bewerbung beim Unternehmen, das Umfeld und vor allem über die Position und Ihre (potentielle) neue Tätigkeit. Die Referenz-Geber müssen nicht nur verfügbar sein, sondern sich auch ein Bild über das Unternehmen und die Stelle machen können. Ausserdem werden nicht angekündigte Referenzanfragen (logischerweise) sehr oft unvorbereitet beantwortet, was für Sie unter Umständen in dieser letzten und entscheidenden Phase von grossem Nachteil sein kann.